Die Geschäftsstelle der Innung zieht um!

Ab Donnerstag, den 1. Oktober 2015 befindet sich die Geschäftsstelle in den Räumen der Kreishandwerkerschaft Nürnberg, Rosenplütstr. 2, 90439 Nürnberg.

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Freisprechungsfeier 26. September 2015

Text und Bilder: Horst Buchmann

"Sie sind Hand- und Kopfwerker"

15 Bäcker und 20 Verkaufskräfte in Nürnberg freigesprochen 

HWK-Vize Sendelbeck rät zu Meisterbrief

 

 

Nürnberg (buc) – „Ich gratuliere Ihnen zur Ihrer Berufswahl, denn das Lebensmittelhandwerk wird auch in Zukunft sehr gefragt sein. Die Kunden legen wieder mehr Wert auf Qualität – und Sie sind dank Ihrer Ausbildung nicht nur Hand-, sondern auch Kopfwerker.“ Mit diesen Worten adelte Christian Sendelbeck, Vizepräsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, 52 Auszubildende aus dem Bäcker- und Fleischerhandwerk, die bei einer Feier im Arvena-Park-Hotel ihre Gesellenbriefe erhielten. Die Abschlussprüfung bestanden u.a. 15 junge Leute im Bäckerberuf und 20 im Bäckerei-Fachverkauf.  

Als prüfungsbeste Bäckerin wurde vor gut 200 Gästen Johanna Sperber (Ausbildungsbetrieb: Bäckerei Johann Sperber, Simmelsdorf) für eine Top-Prüfungsnote von 1,9 geehrt. Zweit- und Drittbeste waren Moritz Rauscher (Backwaren Bock GmbH, Nürnberg) und Markus Mederer (Bäckerei Irmgard Mederer, Postbauer-Heng). Im Fachverkauf lag Juliane Kerler (Backhaus Fuchs, Altdorf) mit Note 2,6 vor Yasemin Güven (Bäckerei Entner, Wendelstein) und Kerstin Schlerf (Der Kalchreuther Bäcker, Eckental).  

Nürnbergs Bäcker-Obermeister Uwe Walzel lobte die erfolgreichen Nachwuchskräfte: „Ihr seid gute Vertreter unseres Handwerks und werdet uns weiterbringen!“ Gerade ihr erworbenes Fachwissen in Verkauf, Beratung und Service sei für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe enorm wichtig.  

Markus Döllner, Lehrlingswart der Bäckerinnung, bilanzierte eine um sechs Lehrlinge auf 34 gesunkene Zahl von Prüfungsteilnehmern im Vergleich zu 2014. Das weist auf den künftig drohenden Nachwuchsmangel hin. Vier Bäcker- und sieben Fachverkaufs-Azubis schafften die Prüfung nicht. Bemerkenswert: Im Bäckerberuf waren immerhin fünf junge Damen unter den 15 erfolgreichen Prüflingen.  

Willkommen hießen die jungen Leute in der Handwerkerfamilie auch die Metzger-Obermeister von Nürnberg, Manfred Seitz, und von Lauf-Hersbruck, Manfred Weber. Letzterer gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass manch einer in dreijähriger Ausbildung seine Liebe für die Kreation feiner Genüsse entdeckt habe. In den vielseitigen Berufen des Lebensmittelhandwerks könne man Kreativität einbringen, seine Vorstellungskraft schulen und den sicheren Umgang mit Nahrungsmitteln und Menschen lernen. Das Ergebnis sei immer einzigartig und individuell und hebe sich von der industriellen Massenfertigung ab. „Tradition wird im Handwerk großgeschrieben“, betonte Weber. Gleichwohl hätten moderne Technik und Computer im Betrieb Einzug gehalten, weshalb Fort- und Weiterbildung auch nach der Lehre wichtig seien. Gerade heute wandle sich die Berufsplattform schnell wie nie. Da das Handwerk dringend Nachwuchs brauche, seien die Perspektiven der Freigesprochenen für die Zukunft bestens: „Qualifizierte Fachkräfte werden immer gebraucht!“  

Studiendirektor Horst Murr, stv. Leiter der Städtischen Berufsschule 3, gratulierte den erfolgreichen Prüflingen zum Gesellenbrief, aber auch zu fachlichem Wissen und praktischen Fähigkeiten, die der Schlüssel zum Erfolg im Beruf seien. Auch Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, soziale und methodische Kompetenzen hätten sie unter Beweis gestellt. Um im ständigen Wandel von Technologien oder Kundengeschmack fit zu bleiben, dürfe sich künftig freilich keiner selbstzufrieden zurücklehnen. Den kürzlich vollzogenen Umzug der Fleischerei-Schulklassen aus den Räumen der Evenord an der Schlachthofstraße 8 ins Berufsbildungszentrum an der Deumentenstraße 1/Berliner Platz nannte Murr eine Stärkung des künftigen „Kompetenzzentrums für Ernährung und Gastronomie“. Er hofft, dass bald auch Bäcker, Konditoren und ihre Fachverkäuferinnen von der Sulzbacher Straße 102 dorthin umsiedeln.  

Christian Sendelbeck empfahl den Junggesellen, stets höchsten Wert auf Qualität zu legen: „Denn das gibt es nur im Fachbetrieb.“ Hoffentlich kapierten das auch einmal die Kunden, die über Brot, Brötchen, Fleisch und Wurst vom Discounter jammern, aber trotzdem dort einkaufen. Er riet, sich den Meisterbrief zum Ziel zu setzen, ggf. auch die Selbstständigkeit. Um einen eigenen Betrieb zu führen, sei Fachwissen von A wie Arbeitslehre bis Z wie Zeitmanagement unabdingbar. Der HWK-Vize wünschte den Freigesprochenen „Leidenschaft und Stolz“ für und auf ihren Beruf. Nur so könnten sie ihn auch gut nach außen vertreten und dazu beitragen, dass das Wort eines Handwerkers wieder wie früher Gewicht erhalte. „Bleiben Sie dem Handwerk treu“, mahnte der Anlagenmechanikermeister aus Fürth.  

Im Namen der ehemaligen Azubis zogen Fleischerei-Fachverkäuferin Janine Gärtner (Metzgerei Matthias Hofmann, Altdorf) und Jungbäcker Lukas Hau (Bäckerei Harald Gstatter, Nürnberg) den Hut vor Eltern, Betrieben und Berufsschullehrern für deren Unterstützung während der oft anstrengenden Ausbildungszeit: „Sie haben an uns geglaubt und uns geholfen, bis hierher zu kommen – Danke dafür!“ Jetzt sei man stolz und glücklich über das Erreichen des ersten beruflichen Ziels.  

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den Bäckerposaunen im CVJM. Sie klang kulinarisch mit einem Umtrunk samt Imbiss aus, zu dem Bäcker- und Fleischer-Innung einluden. 

Bäcker zeigen ihr soziales Gewissen

Statt kleiner Kundengeschenke Sammlung für guten Zweck: Innung Nürnberg spendet 2800 Euro an Feuchter Feuerwehr und Aktion „Wildwasser“

Christian Albert (3.v.l.) und Markus Döllner (2.v.l.) überreichten Torten und Spendenschecks über je 1400 Euro an Bärbel Meier (l.), Bernhard Nöth (5.v.l.) und die Jugendabteilung der Feuerwehr.           

Christian Albert (3.v.r.) und Markus Döllner überreichten Torten und Spendenschecks über je 1400 Euro an Jessica Hirschbolz, Jörg Hischbolz, Bärbel Meier, Bernhard Nöth und Falk Johannes (von links). 

Feucht (pr) – Die Nürnberger Bäcker haben ein soziales Gewissen: 2800 Euro, die bei ihrer jährlichen Weihnachtssammlung unter den Betrieben zusammenkamen, spendete man zu gleichen Teilen dem Verein „Wildwasser“ Nürnberg und der Freiwilligen Feuerwehr Feucht. 27 der 53 Innungsbetriebe (sie stehen für ca. 800 Arbeits- und 250 Ausbildungsplätze) beteiligten sich an der Benefiz-Aktion – sowie zehn ehemalige Betriebsinhaber und eine Familie. Die Innung hatte den gesammelten Betrag auf die „runde“ Summe aufgestockt.

 „Statt Kunden kleine Geschenke wie Baumwolltüten zu machen, sammeln unsere Mitglieder seit 40 Jahren zu Weihnachten für einen guten Zweck“, erklärte Obermeister Christian Albert im Feuerwehrhaus in Feucht. Gemeinsam mit Lehrlingswart Markus Döllner überreichte er zwei mit der Spendensumme dekorierte Sachertorten und die Spendenschecks an „Wildwasser“-Mitarbeiterin Bärbel Meier und den Vorstand des Feuerwehr-Fördervereins um Vorsitzenden Bernhard Nöth und Jugendwart Jörg Hischbolz. Diese Spendentradition initiierte 1973 der damalige Stellvertreter von Obermeister Hans Baum, der heutige Ehrenobermeister Konrad Ruckdeschel. Seitdem wurden mehr als 350.000 Euro für karitative Zwecke gesammelt und an Altenheime, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen oder Rettungsdienste ausgegeben. Anfangs waren es laut Albert bis zu 30.000 DM pro Jahr – mit sinkender Betriebszahl wurde leider auch die Spendensumme geringer.

Der Verein „Wildwasser“ als Empfänger 2013 bietet Frauen und Mädchen Hilfe bei sexuellem Missbrauch und betreibt an der Rückertstraße 1 in Nürnberg eine Fachberatungsstelle. Allein 2012 zählte man laut Bärbel Meier 2774 Kontakte, darunter 258 Besuche und 726 Gespräche. Der Verein, der fünf hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt, begleitet Opfer aus Stadt und Land auch bei einer Strafanzeige gegen die Täter. Gut 70.000 Euro ihres Etats muss die Einrichtung jährlich über Spenden aufbringen, weshalb Meier den Bäckern für ihren Beitrag herzlich dankte.

Der Zuschuss an die Feuchter Wehr wird laut Bernhard Nöth der 1973 gegründeten Jugendabteilung zugute kommen. Sie zählt derzeit 19 Jugendliche (14 Jungen, fünf Mädchen) ab zwölf Jahren, die mit Feuereifer bei der Sache sind. Für Ausbildungsmaterial, einen Zuschuss zu Zeltlagern oder den Nachkauf z.B. von Parkas wird stets Geld gebraucht. Und Nachwuchs haben die Floriansjünger immer nötig: Im Erwachsenenalter baut man auf 60 Aktive, die jährlich zu ca. 130 Einsätzen (vor allem bei Unfällen auf den Autobahnen rund um Feucht) ausrücken müssen.

 Zum diesjährigen Erfolg der Aktion trugen folgende Bäckereien bei: Christian Albert, Alexander Balota, Günther Bittl, Frank Böhmer, Markus Döllner, Dieter Drexler, Bäckerei Brunner/ Günter Ebenritter, Peter Eckstein, Backhaus Fuchs, Konrad Gräf, Richard Greck, Günter Grießinger, Herbert Gugel, Karl-Heinz Gukkenberger, „Hilde’s Backwut“/Johannes Schwarz, Thomas Ipta, Reimund Körner, Brezen Kolb, Thomas Kugler, Rainer Nusselt, Jörg Steingruber, Karl Walz, Uwe Walzel, Roland Weber, Weisel & Pabst, Bernd Woitinek, Wolfgang Woitinek. Außerdem die Bäckermeister Hans Brunner, Johann Gugel, Rudolf Hammerbacher, Jochen Ipta, Manfred Kerschbaum, Adolf Mais, Franz Modschiedler, Karl Pabst, Alfred Riefle und Heinz Schläger sowie die Familie Burger.